Marrakech die Zweite: Kreuz und quer durch die Medina

Schriftzeichen an der Wand der Koranschule

An dieser Stelle nun, wie versprochen, unser zweiter Bericht von der Erkundung des wunderbaren Marrakech. Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, einfach auf den Button klicken:

Marokko Teil 1

Tonschalen Marrakesch

Während unserer Zeit in Marrakech und Umgebung sind wir diverse Male durch die Medina mit Ihren Souks gestreift und haben uns dank der Begleitung unserer marokkanischen Freunde Abdel-Hag und Mounir keine großen Gedanken machen müssen, ob wir auch wieder zurückfinden. Die beiden sind nämlich dort aufgewachsen und es schien uns fast, dass sie an so ziemlich jeder Ecke, an die wir gelangten, einen Bekannten trafen. Orientierung in den SouksIst man dort allerdings alleine unterwegs, sollte man sich wirklich gut merken, wie man aus dem Gewirr der Gässchen und Gassen auch wieder hinauskommt, sonst wird es haarig.

LampenhändlerSo sind wir einer Menge spannender Menschen begegnet, haben Färber, Händler und Handwerker getroffen und zwischendurch auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten mitgenommen. Als da wären zum Beispiel die Kasbah – so etwas wie eine Arabische Burg, Festung oder Zitadelle – direkt an der Medina, mit ihren wunderbar ausgestatteten Saadier-Graeber in MarrakechSaadier-Gräbern aus dem 17. Jahrundert, die wir standesgemäß durch das repräsentative Bab Agnaou, also das Agnaou Tor, aus dem 12. Jahrhundert betraten. Ein riesengroßer Dank übrigens an Abderrahim, der als staatlich anerkannter Guide vor allem französische und spanische Reisegruppen durch ganz Marrokko begleitet und seinen freien Tag mit uns verbrachte, um uns alles über die Geschichte Marrakechs zu erzählenBab Agnaou.

Die ehemalige Koranschule Medersa Ben Youssef gehört ohne Zweifel mit zu den Highlights von Marrakech. Hier gaben sich früher zeitweilig bis zu 900 Studenten dem Studium des Korans hin. Heute ist das wunderbare Gebäude mit seinen Mosaiken und Zedernholzschnitzereien allerdings nicht mehr in Benutzung und steht somit allen Interessierten zur Besichtigung offenmedersa ben youssef.

Kleine Anektode am Rande: Mitten in der Koranschule stießen wir auf einen deutschen Fotografen, der gerade damit beschäftigt war, drei Schauspieler – die uns allerdings zugegebener Maßen völlig unbekannt waren – in dem herrlichen Innenhof in Szene zu setzen. Ihr etwas gelangweilt an seiner Kippe nuckelnder Guide stellte sich plötzlich in breitem Rheinländisch als Marrokaner aus Aachen vor, der unseren Freund Abdel-Hag tatsächlich als Student schon einmal in einem Restaurant ebendort bedient und hier in der alten Koranschule wiedererkannt hatte. Er erzählte, dass er eigentlich Ingenieur sei aber immer wieder für eine Weile in seine alte Heimat führe, um dort als staatlich anerkannter Fremdenführer zu fungieren.  Ja ja, die Welt ist eben doch kleiner als man denktDeckenkunst im Bahia Palast.

Weiter ging es durch die verschlungenen Gänge der Souks. Nachdem wir diversen halsbrecherisch durch die teilweise nur zwei Meter breiten Gässchen mit ihren unzähligen Passanten knatternden Mopeds erfolgreich ausgewichen waren und uns auch kein Eselskarren über den Haufen gefahren hatte, waren wir irgendwann beim Bahia Palast angekommen: ein weiteres Wunderwerk der Marrokanischen Orangenbäume treffen auf Stuck- und Holzschnitzarbeiten im Bahia PalastMosaiklegekunst und wohl der schönste noch existierende Palast der ganzen Stadt. Auch beeindruckt er mit sagenhaften Holzschnitzarbeiten und ebenso wunderbaren Deckenmalereien. Er wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts von einem Großwesir des damaligen Sultans gebaut und ist damit nicht ganz so alt wie viele der anderen historischen Baudenkmäler Marrakechs. Der Bahia Palast hat unglaubliche 8.000 m² Wohnfläche und 160 Räume, na, da würde wohl selbst der ein oder andere US-Amerikanische Milliardär neidisch werden.

Der dritte Teil wird sich mit der Neustadt von Marrakech und dem Umland beschäftigen, bleibt also dran.

Herzliche Grüße
Kyra & Christian

Hallo, mein Name ist Christian - Projektmanager und Autor, ich plane und betreue unsere Auftrags- und Kundenprojekte und verfasse, in Zusammenarbeit mit Kyra, als Autor die meisten Texte und Beiträge rund um unsere Praxisbücher zur Fotografie und Bildbearbeitung.

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