Vorweihnachtliche Projekte auf Teneriffa

Verschneiter Teide auf Teneriffa vom Flugzeug aus fotografiert

Nachdem uns nach und nach alle Erkältungsviren und fiesen opportunistischen Bakterien, die uns die letzten drei Wochen als Wohnsitz auserkoren hatten, verlassen zu haben scheinen, wird es Zeit, noch ein paar Zeilen zu unserer Projektreise nach Teneriffa in den Blog zu stellen. Da wir gerade einige Buchprojekte bearbeiten, wie zum Beispiel das zu den brandneuen Vollformat-Systemkameras Sony alpha 7 und alpha 7R, und es in mitteleuropäischen Gefilden kurz vor Weihnachten üblicher Weise doch eher trist zugeht, hatten wir uns entschlossen, uns in der traditionell schmuddeligen Deutschen Vorweihnachtszeit auf den Weg in Richtung Kanarische Inseln zu machen. Dort ist um diese Zeit alles etwas heller, etwas wärmer, etwas bunter und … wie wir allerdings auch feststellen mussten … hin und wieder auch mindestens genauso stürmisch.

blühende Aloe-Pflanzen auf TeneriffaTrotzdem, im Winter gibt es dort sowohl quicklebendige Insekten, als auch unzählige blühende Pflanzen und beeindruckende Landschaften, Motive, auf die wir bei unseren Kameratests nur ungern verzichten. Außerdem existieren auf dieser Welt mit Sicherheit nur sehr wenige Orte, auf denen man innerhalb eines Tages Actionaufnahmen von Surfern am Strand und Schneelandschaften im Hochgebirge fotografieren kann. Auf Teneriffa ist das alles ohne größere Probleme möglich. Ein Traum für Fotografen, die sich gerne möglichst vielseitig mit Ihrer Leidenschaft beschäftigen.

Wir sind dann also Anfang Dezember in Richtung Teneriffa abgehoben und dort auch wohlbehalten gelandet. Na, und dann? Nix Sonne, Strand und Palmen. Die zweite Nacht haben wir gleich bei unter null Grad Celsius und ziemlich dünner Luft im Refugio de Altavista del Teide auf 3260 Metern Höhe verbracht und den Schnee, der in Berlin nicht fallen wollte, hatten wir auch direkt unter den Schuhsolen. Dafür wurde das alpine Adhoc-Unternehmen aber gekrönt vom höchstwahrscheinlich intensivsten Sonnenaufgang, den wir je erlebt haben.

Sonnenaufgang vom Teide in Richtung Gran CanariaDas Ganze geschah auf exakt 3719 Metern Höhe über dem Meer, denn wir hatten morgens um 7:20 Uhr den Gipfel des Vulkans Teide, den El Pilón, erklettert. Eine für geübte Bergsteiger alpinistisch an sich eher einfache Übung, aber im Winter bei über 3000 Meter und vereisten Pfaden, dazu im Dunkeln mit Taschenlampe, dann doch nicht völlig ohne eine gewisse Kondition und Erfahrung zu bewerkstelligen. Zumindest sah der Ein oder Andere, der mit uns auf den Gipfel steigenden Sonnenaufgansenthusiasten, nicht ganz so optimal um die Nase herum aus und das lag nicht ausschließlich an den erheblich nach faulen Eiern stinkenden Schwefelwasserstoffdämpfen am Gipfelkrater, die ca. 85°C warm aus den Steinspalten quollen.

Teide-KraterIm Nachhinein stellte sich die Besteigung gleich am ersten Tag auf der Insel als Glücksfall heraus. Kein Windhauch auf dem Gipfel und, wie schon erwähnt, ein bomben Sonnenaufgang entschädigten für die etwas abrupte Umstellung vom Berliner Tiefland auf hochalpines Gelände. Am nächsten Tag nämlich näherte sich ein Orkan der Insel, der laut Einheimischen seit über 20 Jahren nicht mehr so vehement gewesen wäre.

Ein Sturm braut sich über dem Teide zusammenZwei Tage Starkregen und äußerst heftige Sturmböen, die die Palmen vor unserem Chalet wüst zerzaust und in groteske Winkel über dem Erdboden gedrückt haben. Zum Glück sind diese Gewächse besonders biegsam gebaut und sofort wieder in die Vertikale zurückgeschwenkt. Nicht zu vergessen die wild in der Gegend herumfliegenden Kaktus und Euphorbienäste, mit deren Stacheln wir auch lieber keine Bekanntschaft zu machen wünschten. Da war dann gleich mal volle Deckung angesagt.

Hier ein kurzer Sturmbericht bei Spiegel.de

Rote Klippenkrabbe (Grapsus adscensionis) an der Nordküste von TeneriffaNach gut zwei Tagen unter sturmbedingtem Hausarrest war dann aber glücklicher Weise alles vorbei und wir konnten loslegen mit unseren Fotoprojekten. Na und von da an hatten wir alles, was man sich auf der Insel als Fotograf nur so wünscht. Felsige Schluchten, Klippenkrabben am Strand, wundersame Insekten, prachtvolle Blüten, eine kochende Brandung und nicht zuletzt den Teide in vollem Schneegewand, was zusätzlich für noch reizvollere Landschaftsaufnahmen sorgte, da der Berg ja aus fast allen Perspektiven der Insel zu sehen ist. Das alles bei 20°C und einem leicht bis mittelmäßig bewölkten Himmel, der den Landschaftsaufnahmen erheblich mehr Struktur und Tiefe zu verleihen im Stande war, als der im Sommer übliche stahlblaue Einheitshimmel.

Sony alpha 7/7R: Das Handbuch zur KameraIm neuen Buch zur Sony alpha 7 und 7R werdet ihr also einige knackige Beispielbilder finden, deren Aufnahme mit den beiden wirklich außerordentlich überzeugenden Systemkameras einen Heidenspaß bereitet hat. Soviel darf verraten werden, die beiden kompakten spiegellosen Vollformatkameras haben uns, die wir, wie so ziemlich jeder Fotoprofi, überzeugte DSLR-Fotografen sind, schon fast in eine Sinnkrise gestürzt. Könnte tatsächlich sein, dass der anspruchsvollen Fotografie eine spiegellose Zeitenwende bevorsteht. Mehr dazu bald in unserem neuen, im Vierfarben-Verlag erscheinenden Buch Sony alpha 7/7R: Das Handbuch zur Kamera.

Schneebedeckter Teide nach dem Sturm 2013 auf den Kanarischen Inseln

Schneebedeckter Teide nach dem Sturm 2013 auf den Kanarischen Inseln,
links die Felsen los Roques de García.

 

Hallo, mein Name ist Christian - Projektmanager und Autor, ich plane und betreue unsere Auftrags- und Kundenprojekte und verfasse, in Zusammenarbeit mit Kyra, als Autor die meisten Texte und Beiträge rund um unsere Praxisbücher zur Fotografie und Bildbearbeitung.

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